Heizen mit Holz

Holz im Vergleich zu fossilen Energieträgern

Holzbrennstoffe haben bezogen auf den Energiegehalt deutlich niedrigere Preise als Heizöl und Erdgas. Demgegenüber stehen, je nach Anlagenart, höhere Investitionskosten für die Holzheizanlagen. Bei mehrjähriger Betriebsdauer amortisieren sich diese Mehrkosten über die niedrigen Brennstoffkosten, so dass Holzheizungen genauso günstig oder noch günstiger als Öl- und Gasheizungen zu betreiben sind.

In Zukunft wird sich der wirtschaftliche Vorteil von Holzheizungen wahrscheinlich noch vergrößern: Der Erdölpreis und der mit ihm gekoppelte Erdgaspreis sind in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Bei weltweit knapper werdenden Vorräten und steigenden Verbrauch wird sich dieser Trend verstärken. Die Preise für Brennholz sind zwar auch gestiegen, aber deutlich moderater und weniger sprunghaft.

Werden Pellets teurer?

Es stimmt, dass die Pelletpreise in jüngster Zeit angezogen haben. Dennoch sind die kleinen Presslinge aus Sägeabfällen eine preiswerte Alternative zu Heizöl und Ergas. Pellets kosteten zuletzt ca. 37% weniger als Heizöl (Stand Dezember 2014). Auch in Zukunft sind keine großen Preissprünge bei Pellets zu erwarten, weil weltweit immer mehr Pellets produziert werden. Allein in den USA werden in den nächsten Jahren Kapazitäten von 13 Millionen Tonnen aufgebaut. Auch in Osteuropa steigen die Produktionsmengen an. Dadurch werden wiederum Mengen für den österreichischen Markt frei. Ganz anders sieht es bei Öl und Gas aus – zu Ende gehende Reserven lassen einen weiteren Preisanstieg befürchten.

Holzbrennstoffe weitgehend preisstabil

Generell haben sich die Preise für Holzbrennstoffe in den vergangenen Jahren wesentlich moderater entwickelt als jene von Heizöl oder Erdgas. Ein Grund: Anders als bei Erdöl oder Gas ist der Preis für Holzbrennstoffe auch von Unruhen in Krisengebieten unabhängig. Wärme aus Holz ist nicht nur gut für die eigene Geldbörse. Wer statt auf fossile Energieträger auf den regionalen Brennstoff Holz setzt, leisten einen wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.

Im Folgenden eine kleine überschlägige Berechnung

Bestand: Ölzentralheizung, Heizkörper, Wohnfläche 150 m², Bj.: 85, Ölverbrauch 3000L im Schnitt pro Jahr

1 L ÖL = 10 kWh
3000L Öl = 30 000 kWh

1 kg Pellets = 5 kWh
30 000 kWh : 5kWh/kg = 6000 kg Pellets
oder einfacher Ölverbrauch mal 2 = Pelletsverbrauch

Preise:
Heizöl 64,22ct/L (stand 16.02.2015)
Pellets 235,80€/to. = 23,58ct/kg

Betriebskosten:
Heizöl: 3000L * 64,22ct/L = 1926,6 €/Jahr
Pellets: 6000 kg * 23,58ct/kg = 1414,8 €/Jahr
Ersparnis: 1926,6€ – 1414,8€ = 511,8€/Jahr
Diese Ersparnis sind in 10 Jahren 5118 €

Aber, aber, aber…

So, natürlich werden an dieser Stelle unzählige Aufschreie kommen, von Leuten die sowohl Pro wie auch Contra sind. Es gibt in dieser Rechnung mehr als genug Stellen, bei denen man ansetzen kann um das Ergebniss in die eine oder andere Richtung zu bewegen.
Fakt ist und bleibt aber, dass der Preisunterschied pro kWh (Kilowattstunde) vorhanden ist und sich zwangsläufig bemerkbar macht.

Natürlich wäre die neue Ölheizung mit einer Solaranlage ausgestattet und man hätte dadurch einen niedrigeren Ölverbrauch. – ca. 300 Liter Heizöl/Jahr
Natürlich benötigen beide Anlagen aufgrund neuer Technik weniger Brennstoff da beide einen höheren Wirkungsgrad haben
Aber selbst wenn die Anschaffungskosten und Betriebskosten gleich wären, hat zumindest einer was gewonnen – Die Umwelt!
Allein dieser Aspekt sollte Grund genug sein, sich gegen fossile Energieträger (inkl. Strom) zu entscheiden.

Auch andere Argumente werden oft aufgeführt. Hier eine kleine Sammlung:

  • Pelletspreise sind von 120€/to. auf 250€/to. gestiegen

    Früher hat das Öl noch 5 Pfennig gekostet, heute 70 ct.
    Früher war die Brezel auch um die Hälfte günstiger….
    Sowohl die Lebenshaltungskosten wie auch die Löhne steigen, würde einer von beiden dies nicht mehr tun, funktioniert es nicht mehr!

  • Wälder werden für Pellets gerodet

    1. Deutsche Pellets werden aus Holzabfällen produziert
    2. In Deutschland werden geerntete Waldflächen wieder aufgeforstet
    3. Eine Landschaft in der Öl/Gas gefördert wird, ist auch nicht besonders schön
    4. Gewinnung von Öl/Gas ist für die Umwelt belastend und gefährlich.

  • Pellets werden so teuer wie ÖL oder Gas

    Das ist nicht möglich, die Produktion von Pellets liegt immernoch in der Hand von mittleständischen Unternehmen. Hier bestimmt die Nachfrage/Angebot den Preis, es werden mehr Pellts benötigt und mehr Pelletswerke eröffnet. Die verschiedenen Anbieter stehen in Konkurenz und können, nicht wie Ölkonzerne, den Preis diktieren.

CO2 neutral

Der große Vorteil von Brennholz gegenüber den fossilen Brennstoffen ist aber die weitgehend Kohlendioxid-neutrale Energiegewinnung. Bei der Verbrennung wird nur so viel Kohlendioxid freigegeben, wie der Baum in den Jahrzehnten zuvor der Atmosphäre entzogen hat. Lediglich für die Gewinnung, Verarbeitung und den Transport werden geringe zusätzliche Mengen produziert.
Bei den fossilen Brennstoffen aber wird in kurzer Zeit Kohlendioxid freigesetzt, dass vor Jahrmillionen über lange Zeiträume gespeichert wurde und jetzt den Treibhauseffekt verstärkt. Durch eine Substitution mit Holz wird die Klimaerwärmung verlangsamt.

Quelle: Bayrisches landesamt für Wald- und Forstwirtschaft
Holzenergie Fachverband-BW e.V.
Waermeausholz.at